Motoröl muss in einer bestimmten Temperaturspanne immer;

  • für ausreichende Schmiereigenschaften sorgen,
  • Kräfte übertragen,
  • kühlen,
  • abdichten
  • und dabei möglichst rauchfrei verbrennen.

Nebenbei soll das Öl;

  • die bei der Verbrennung anfallenden ölunlöslichen Rückstände bis zum nächsten Ölwechsel in der Schwebe halten.
  • Es muss die Eigenschaft besitzen, Wasser aufnehmen zu können und dabei noch vor Korrosion schützen.
  • Es darf nur wenig altern,
  • nicht schäumen
  • und muss bei allen Temperaturen fließfähig bleiben.

Deshalb ist es wichtig, sich an die vom Hersteller im Wartungshandbuch genannten Intervalle zu halten und einen Ölwechsel vorzunehmen.

Darauf sollten Sie besonders achten

Die häufigsten Fehler beim Ölwechsel:

  • PKW-Öl in Motorradmotoren kippen!
  • Ölwechsel OHNE Filterwechsel – das neue Öl würde durch den alten Filter schnell verunreinigen.
  • Den alten Dichtring wiederverwenden – Öl könnte tropfen und auf Bremsenteile oder den Hinterreifen gelangen.
  • Ölwechsel direkt nach der Fahrt vornehmen – Verbrennungsgefahr!
  • Öl in den Abfluss zu kippen, in der freien Natur zu entsorgen oder in den Hausmüll zu geben – Öl ist Sondermüll!

Ohne Öl oder mit zu niederem Füllstand hätten Sie schnell ein Problem. Die Reibung der Kolben, Lagerflächen und Zahnräder würden jedes Triebwerk in kürzester Zeit zerstören.

Regelmäßige Ölstandkontrolle ist also lebenswichtig für Ihr Zweirad, genau wie der regelmäßige Ölwechsel. Denn wie bereits weiter oben beschrieben altert das Öl, wird durch Metallabrieb und Verbrennungsrückstände verschmutzt und verliert nach und nach seine Schmierfähigkeit. Aus diesem Grund legen Hersteller Wartungsintervalle fest, die man einhalten sollte.

Das richtige Öl muss es sein

Natürlich muss das Öl die vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Viskosität besitzen und ein spezielles Motorrad-Öl sein, denn Motorradmotoren drehen wesentlich höher, ihre Getriebe müssen meist vom Motoröl mit geschmiert werden und auch die (Nass-)Kupplung läuft im Öl mit.

Entsprechende Additive sorgen für hohe Scher-, Druck-, und Temperaturfestigkeit sowie für den Verschleißschutz.

Die Vorteile von synthetischen Ölen

Synthetische Öle sind sehr viel dünnflüssiger als die mineralischen Öle und profitieren deshalb von besserem

  • Hochtemperaturverhalten
  • Kaltstartschutz
  • Reibminderung
  • und Vermeidung von Ablagerungen

Daher sind diese wesentlich besser für den Sporteinsatz und getunte Motoren geeignet als mineralische Öle wie dem SAE50 oder SAE70. Verwenden Sie daher für diesen Bereich lieber beispielsweise das SAE 20W 50 synthetic motorcycle oil, oder anderes Motoröl 20W50. Mit diesen Angaben (20W50 Öl) gehen Sie auf Nummer sicher und holen das Beste aus Ihrem Sportmodell heraus.

Aber nicht jeder Motor bzw. insbesondere die Kupplung verträgt ein solches vollsynthetisches Hochleistungsöl. Bei hoher Laufleistung sollte nur nach vorheriger Reinigung und Revision umgestellt werden. Besprechen Sie ein solches Vorhaben besser vorab mit Ihrer Werkstatt.

Eine Alternative kann ein teilsynthetisches Öl sein, das die meisten Kupplungen problemlos vertragen. Oft werden moderne Motorenöle auch im HC-Synthese-Verfahren produziert: So entsteht in der Raffinerie auf chemische Weise beim sogenannten katalytischen Hydrocracking Verfahren ein Grundöl mit deutlich verbesserten Qualitätseigenschaften. Dieses Grundöl ist dem Mineralöl überlegen, besonders in Bezug auf

  • Kältefließeigenschaften,
  • und thermische und chemische Belastbarkeit.

Weitere Vorteile eines Teil Synthetik Öl sind

  • eine schnellere Durchölung des Motors nach dem Start,
  • eine deutlich verbesserte Motorsauberkeit
  • und ein erhöhter Schutz der Motorkomponenten.

Für Motorräder, die vor 1970 gebaut wurden, ist Synthetik-Öl übrigens nicht zu empfehlen. Für Oldtimer gibt es spezielle Ein- und Mehrbereichsöle. Und zum Schluss nicht vergessen: Egal für welches Öl Sie sich entscheiden, immer schön sachte warm fahren. Der Motor dankt es Ihnen mit einem langen Leben.

Ein kleiner Überblick über die unterschiedlichen Arten von Ölen

Motoröl, also auch die mit Produktbeschreibungen 20W50 Öl, sind dazu konzipiert

  • Verbrennungsmotoren zu schmieren
  • Reibung und Verschleiß an sich bewegenden Motorteilen zu reduzieren

Wichtig: Achten Sie auf die Vorgaben des Herstellers!

4-Takt Motoröl

  • Entwickelt, um den extremen Anforderungen von Viertaktmotoren gerecht zu werden, die hochdrehen und viel Leistung pro Kubikzentimeter erzeugen
  • Üblicherweise kombinierte Schmierung von Motor und Getriebe

2-Takt Motoröl

Beim 2-Takter muss das 2-Takt-Öl zum Benzin hinzugemischt werden, während der 4-Takter Benzin pur verbrennt

Getriebeöl

  • Ausschließlich für Getriebeanwendungen entwickelt; in Motorradanwendungen oft zur Getrenntschmierung von Getrieben eingesetzt
  • Erhältlich in verschiedenen Viskositäten wie SAE80 oder SAE 90
  • Gängige Zulassungen z.B. API in fünf verschiedene GL-Klassen

Vollsynthetisches Öl

  • Hochveredelt, hergestellt aus künstlich hergestellten chemischen Komponenten
  • Bietet besten Schutz und Wirtschaftlichkeit

Halbsynthetisches Öl / Halbsynthetisches / Teilsynthetisches Öl

  • Eine Mischung aus Mineralöl und synthetischem Öl
  • deutlich verbesserten Qualitätseigenschaften im Vergleich zum Mineralöl

Viskosität

  • Im Allgemeinen das Maß für den Strömungswiderstand einer Flüssigkeit
  • Die Society of Automotive Engineers (SAE) hat ein numerisches Codesystem zur Einstufung von Motorölen nach ihren Viskositätseigenschaften entwickelt
  • Die ursprünglichen Viskositätsklassen sind alle monograde, für höhere Temperaturen z.B. SAE 50 oder SAE 60 für niedrigere Temperaturen 10W zum Beispiel

Einbereichsölklassen

  • verwendet für einen kleineren Temperaturbereich, z. SAE 50 oder SAE 60

Mehrbereichsölklassen

  • verwendet für einen weiten Temperaturbereich, gekennzeichnet mit einem „W“ für die Tieftemperaturviskosität, z.B. SAE 5W30, SAE 10W40 oder SAE 15W50

Hinweis zur Altölverordnung (AltölIV)

Gemäß der Altölverordnung ist es untersagt Altöl zu lagern, es in der freien Natur zu entsorgen, es in den Hausmüll zu geben, es zu verbrennen, oder es ins Abwasser zu leiten.

Sie können Altöl in der Regel überall dort gratis zurückgeben, wo Sie es gekauft haben. Bitte mischen Sie Altöl nicht mit anderen Flüssigkeiten. Rücknahmestellen sind zum Beispiel: Händler, Werkstätten, Tankstellen, Recyclinghöfe oder spezielle Sammelstellen Ihrer Gemeinde.

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