Kettentypen Größen und Verschleiß richtig beurteilen
Motorradketten unterscheiden sich nicht nur durch ihre Größe. Ein wichtiges Merkmal ist die Ausführung mit oder ohne Dichtringe. O-Ring-, X-Ring- und andere abgedichtete Ketten halten die Schmierung zwischen Bolzen und Buchsen und schützen diese Bereiche vor Schmutz und Feuchtigkeit.
Nicht abgedichtete Ketten können leichter aufgebaut sein, benötigen aber in der Regel häufigere Pflege. Welche Ausführung geeignet ist, hängt vom Motorrad, der Leistung und dem vorgesehenen Einsatz ab. Maßgeblich bleiben die Freigaben und technischen Vorgaben des Fahrzeug- und Kettenherstellers.
Typische Größen von Motorradketten
- 520 für viele leichtere bis leistungsstarke Motorräder je nach Kettenausführung
- 525 für zahlreiche Straßenmotorräder mit mittlerer bis hoher Leistung
- 530 für viele schwere und leistungsstarke Motorräder
Diese Größen sind keine pauschale Empfehlung. Auch innerhalb einer Teilung unterscheiden sich Motorradketten bei Belastbarkeit, Breite, Gewicht und vorgesehenem Einsatz. Verwenden Sie nur eine Kette, die für das konkrete Motorrad geeignet ist.
Eine verschlissene Motorradkette zeigt häufig ungleichmäßigen Durchhang, steife Glieder, beschädigte Rollen, Korrosion oder einen zunehmenden Bedarf an Nachstellung. Auch stark zugespitzte oder hakenförmige Zähne an Ritzel und Kettenrad weisen auf Verschleiß hin.
Kette, Ritzel und Kettenrad arbeiten als System. Bei entsprechendem Verschleiß sollte deshalb der gesamte Antriebssatz geprüft und normalerweise gemeinsam ersetzt werden. Eine neue Kette auf stark verschlissenen Zahnrädern kann vorzeitig beschädigt werden.
Die Montage einer Motorradkette ist sicherheitsrelevant. Für das Kürzen und Vernieten sind geeignete Werkzeuge sowie die genauen Vorgaben des Kettenherstellers erforderlich. Bei fehlender Erfahrung sollte eine qualifizierte Motorradwerkstatt den Austausch übernehmen.